„Wie beeinflusst die Gesellschaft das Individuum? Ich würde das als eine der grössten ungelösten Fragen der modernen Sozialwissenschaft bezeichnen.“

Ernst Fehr ist Wirtschaftsforscher an der Universität Zürich. Als Vertreter der «psychologischen Wende» in den Wirtschaftswissenschaften entdeckt er den Einfluss von Fairnessvorstellungen auf soziales und wirtschaftliches Verhalten und beginnt diese mit ungewöhnlichen Experimenten zu erforschen. Fairness ist nur eine der Ausprägungen des ökonomischen Verhaltens, die Ernst Fehr mit seiner Forschung zu belegen versucht, es gehören auch Selbstlosigkeit und Vertrauen dazu.
Manche Ökonomen und Geisteswissenschaftler tun sich schwer mit der experimentellen Wirtschaftsforschung Ernst Fehrs. «Präzise empirische Befunde sind der Feind von Konvention und Ideologie», entgegnet der renommierte Wirtschaftswissenschaftler. «Sie zerlegen und hinterfragen manches, was der Ökonomie bisher heilig war.»

„Oekonomie der Fairness“ ist Teil der Reihe „SCIENCE
suisse“ - 25 Kurzfilme zur Spitzenforschung in der Schweiz, produziert 2008 von SRF.

„SCIENSEsuisse“ porträtiert 25 Forschende aus verschiedensten Disziplinen und führt uns so in die faszinierende Welt der Wissenschaft ein. Im Fokus steht dabei der Forschungsplatz Schweiz mit seiner internationalen Ausstrahlung.

„SCIENCEsuisse“ ist eine Initiative der SRG SSR idée suisse, in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds. Eine reich illustrierte, viersprachige Publikation der 25-teiligen Kurzfilmreihe, erscheint zum Sendestart im Verlag Lars Müller.

 

Realisation Gabriele Schärer
Kamera Till Brinkmann
Ton Balthasar Jucker
Montage Maya Schmid
Musik Peter von Siebenthal
Bildbearbeitung Manuel Schüpfer
Produktion Muriel Bondolfi
Redaktion Christian Eggenberg, SF

 

Ernst Fehr:
«Ich war ein Weltverbesserer, und ich bin einer geblieben», sagt Ernst Fehr. Der gebürtige Vorarlberger ist 1994 an die Universität Zürich gekommen und hier geblieben – trotz verlockender Angebote amerikanischer Topuniversitäten wie Princeton und Berkeley. „Zürich hat mir zu einer Zeit ausgezeichnete Bedingungen geboten, als noch wenige Universitäten auf die Verhaltensökonomie gesetzt haben. Dann habe ich mir gedacht, eigentlich habe ich alles erreicht, was ich erreichen wollte. Also ich brauche die USA nicht, um erfolgreich zu sein.“
Vor ein paar Jahren bot ihm die Universität Zürich einen Forschungsschwerpunkt an. 2005 wurden die „Foundations of Human Social Behavior“ (Grundlagen des menschlichen Sozialverhaltens) gegründet.

Er gehört heute zu den wenigen Ökonomen deutschsprachiger Universitäten, die in den angesehenen Wissenschaftszeitschriften nicht nur regelmässig publizieren, sondern ebenso häufig Aufsehen erregen.

Geboren 1956 in Hard (Österreich).
Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien.
Professor (seit1994) und Direktor (seit 2000) des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich.
Ehrendoktor an den Universitäten St.Gallen und München.
Ehrenmitglied der American Academy of Arts & Sciences

 

Kurzfilm, 13 Min.

Schweiz, 2008

Sprache : Deutsch

Format: HD